Schloß-Gespräche 2018

Trebnitzer Schloss-Gespräche 2018

Die Trebnitzer Schloss-Gespräche werden von der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung gefördert.

Die Gespräche finden in der Alten Schmiede, im Schloss oder in der Remise statt, der Eintritt kostet jeweils 4,- Euro. Im Anschluss jedes Gesprächs laden wir unsere Gäste herzlich bei einem Buffet zu einem geselligen Ausklang des Abends ein.

Um Anmeldung unter ed.zt1542614667inber1542614667t-sso1542614667lhcs@1542614667gnafp1542614667me1542614667 wird gebeten.

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DIE NÄCHSTEN TERMINE
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13. November 2018, 19 Uhr, Schmiede
„Geschichten mit Biss“

Die rumänische Region Centru in Kooperation mit Brandenburg

Schloß Trebnitz als Partnerschaftsbeauftragter des Landes Brandenburg für Großpolen möchte mit dieser Veranstaltung seinen Kollegen, den Partnerschaftsbeauftragten für die rumänische Region Centru, Herrn Klaus-Peter Krüger, vorstellen.

Den Stoff für den einleitenden Vortrag bietet die Siebenbürger Geschichte über die historische Figur und Vorbild für Dracula, Fürst Vlad Țepeș. Im 100. Jahr des Bestehens Rumäniens wird diesem historischen Umstand ein besonderes Kapitel gewidmet. Zwei Schüler aus Rumänien (Sebeș / Mühlbach; vom Deutschen Lyzeum Sebeș) stellen mit Hilfe eines multimedialen Vortrags ihre Region vor, ein Quiz dient zusätzlich der unterhaltsamen Wissenvermittlung.

Im Anschluss erzählt Herr Krüger über seine Arbeit und die Kooperation zwischen Brandenburg und Rumänien und steht für Gespräche zur Verfügung. Danach laden wir mit einem kleinen Buffet zu einem geselligen Ausklang des Abends ein.

Referent: Klaus-Peter Krüger, Partnerschaftsbeauftragter des Landes Brandenburg für die rumänische Region Centru
Moderation: Darius Müller, Leiter Bildungs- und Begegnungszentrum Schloß Trebnitz

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BEREITS STATTGEFUNDENE TERMINE
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12. Januar 2018, 19 Uhr, Schmiede
Märkische Lichtspiele
Regionales Filmerbe in Brandenburg – der Amateurfilm in der DDR

Ralf Forster, Filmexperte am Filmmuseum Potsdam gibt einen Einblick in regionales Amateurfilmschaffen aus DDR-Zeiten. Der Amateurfilm zeigt oft ein anderes Bild als das offizielle und bekannte aus DDR-Film und -Fernsehen. Hier kommt nicht selten der private Blick, die Hobbyperspektive auf Region und Gesellschaft zur Geltung. Filmbeispiele geben Einblicke in den Industrie- bzw. Handwerksfilm bzw. Filme über regionales „Brauchtum“ etwa am Beispiel der sorbischen Kultur. Gefilmt wurde meist auf 8 mm, Kameras und Projektoren gab es in den Fotogeschäften zu kaufen, Amateurfilmer organisierten sich in Amateurfilmclubs. Kommen Sie mit auf diese Reise in die DDR mit einem anderem Blick auf die Region!

Präsentiert werden DDR-Amateurfilme unterschiedlicher Thematik und ästhetischer Qualität; verschiedene Urheberschaften, hergestellt für unterschiedliche Zwecke – zumeist jedoch für die Öffentlichkeit bestimmt (kein Privat- bzw. Familienfilm) /
Laufzeit der Filmbeispiele: ca. 30’

Vortrag und im Gespräch: Dr. Ralf Forster, Filmwissenschaftler, Filmmuseum Potsdam
Moderation: Stephan Felsberg, Institut für angewandte Geschichte e.V., Frankfurt (Oder)

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27. März 2018, 19 Uhr, Schmiede

Schloss- und Gutsparkanlagen an der Ostbahn östlich von Küstrin (Kostrzyn) / zweiter Teil

Geschichtlich bedingt, gibt es in der Region an der ehemaligen preußischen Ostbahn viele Schlösser, Guts- und Herrenhäuser mit den zugehörigen Parks oder Gartenanlagen. Nahezu jedes Dorf besitzt ein Gutshaus und die meisten davon mit einem mehr oder weniger ausgeprägten Garten oder Park.

Nachdem wir im Ersten Teil die Parkanlagen entlang der Ostbahn von Berlin – Friedrichsfelde bis nach Trebnitz beschrieben haben, soll sich der zweite Teil nun, vor einer weiteren öffentlichen Diskussion, mit den Anlagen von Trebnitz bis nach Tamsel (Dabroszy) befassen.

Was kann man mit diesem fast unerschöpflichen Potenzial in Brandenburg anfangen? Ist die einstige Schönheit dieser Gutsparkanlagen wiederherstellbar oder weiter zu entwickeln? Was gibt es für Modelle der Bürgerbeteiligung und des ehrenamtlichen Engagements, um die alten Gartenanlagen zu revitalisieren und diese als Entwicklungspotenzial für den ländlichen Raum zu nutzen?

Diese Möglichkeiten sollen in einem anschließenden Gespräch diskutiert werden. Diese Möglichkeiten sollen in einem anschließenden Gespräch diskutiert werden. Zudem wird unsere Freiwillige Sophie Gschwendner die Ergebnisse der Jugendbauhütte vorstellen, in dessen Rahmen sie ein halbes Jahr lang intensiv mit den Trebnitzer “Parkhelden” zusammen gearbeitet hat.

Referenten:
– Dr. Ing. Rainer Zeletzki, Leitender Baudirektor und Amtsleiter Stadtplanung i. R., Berlin
– Dr. Marion Tauschke, Trebnitzer „Parkhelden“
Moderation: Darius Müller

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26. April 2018, 19 Uhr, Schmiede

Senioren- oder Gemeinwesenarbeit?
Die neuen jungen Alten in den Dörfern

Deutschland wird immer älter. Allein in Brandenburg ist 32% der Bevölkerung über 65 Jahre alt. Um sich dieser Entwicklung anzupassen, muss sich in der Gesellschaft einiges ändern. Für viele der “neuen Alten” ist die steigende Lebenserwartung ein Grund zur Freude: Sie werden immer fitter und haben immer später das Gefühl, wirklich alt zu sein. Rentner engagieren sich in hohem Maß für die Gesellschaft: Sie betreuen ihre Enkel, pflegen Angehörige und betätigen sich ehrenamtlich.

In immer mehr Gemeinden organisieren Senioren wohltätige Projekte. Immer mehr nutzen Weiterbildungsangebote und Sportvereine. Welche Angebote gibt es in der Region, und wie kann die generationsübergreifende Zusammenarbeit erweitert werden?

Die neuen jungen Alten halten das gesellschaftliche Leben in den Brandenburger Dörfern am Leben. Werden sie in den nächsten Jahren genügend Nachfolger rekrutieren können? Stimmt es tatsächlich, dass sie mehr mit den Jugendlichen zusammenarbeiten wollen, um ihre Erfahrungen weiterzugeben?

Referentin: Hertha Thor Straten, Vorsitzende des Kreisseniorenbeirats
Moderation: Doris Steinkraus, Märkische Oderzeitung, Seelow

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26. Mai 2018, 19 Uhr, Schmiede

Die politische Lage nach der Bundestagswahl 2017
Die aktuelle Situation der Parteien und die Analyse der Orientierungen der Wähler

Der Parteienforscher Prof. Dr. Oskar Niedermayer erörtert mit den Gästen des Trebnitzer Schloß-Gespräches die Situation nach der Bundestagswahl 2017. Die Definition und die Rolle der Volksparteien, die Zerstrittenheit der SPD in Bezug auf das Thema Regierungsbildung, die Situation der AfD, der Einfluss der Krisen auf das Wahlverhalten sind nur einige Beispiele von Themen, die aufgegriffen werden.

Referent: Prof. Dr. Oskar Niedermayer, Freie Universität Berlin, emeritierter Professor Arbeitsstelle Empirische Politische Soziologie und ehemaliger Leiter des Otto-Stammer-Zentrums
Moderation: Darius Müller

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5. Juni 2018, 19 Uhr, Schmiede

Fußball und Macht in Russland.
Buchvorstellungen und Debatte anlässlich der Fußball-WM 2018

Der Kosmos des Fußballs in Russland ist hierzulande reichlich unbekannt. Im Vorfeld der WM wirft der Osteuropahistoriker Martin Brand einen Blick zurück in über 100 Jahre russisch-sowjetischen Fußballs als Sport, Massenphänomen, Subkultur und Politikum. Von den Anfängen im Zarenreich über die Wirren des Fußballs in der jungen Sowjetunion, die „blutigen“ 1930er und 1940er Jahre, Professionalisierung und Erfolge in den Folgejahrzehnten bis in die Jahre der Transformation nach 1991.

Bis heute sind Fußball und Politik in Russland nicht getrennt von einander zu betrachten. Das zeigt Timm Beichelt, Professor für Europa-Studien, in seinem neuen Buch: “(Profi-)Fußball ist stets zugleich ein Ersatzspielfeld der Politik: Machthaber unterschiedlicher Couleur inszenieren sich, Normen wie Wettbewerbsdenken werden eingeübt, Nationalteams sind ein Indikator dafür, welche Gruppen als zur Nation gehörig betrachtet werden und welche nicht.“

Referenten:
– Timm Beichelt, Professor für Europa-Studien an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) und Autor von “Ersatzspielfelder – Zum Verhältnis von Fußball und Macht“, Suhrkamp, 2018
– Martin Brand, Redakteur der Russland-Analysen am Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS) Berlin und Herausgeber von „Russkij Futbol“, Die Werkstatt, 2018.
Moderation:
Stephan Felsberg, Institut für angewandte Geschichte e.V., Frankfurt (Oder)

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27. Juni 2018, 19.30 Uhr, Schmiede

Aus Feinden werden Freunde.
Die vergessene Grenze

Die alte deutsch-polnische Grenze war Gegenstand einer studentischen Spurensuche, deren Ergebnisse erstmals in Trebnitz vorgestellt werden. Die nach Versailler Vertrag und Abstimmungen 1921 endgültig festgelegte Grenze war von Anfang an keine normale Grenze. Vor allem in Deutschland galt sie als eine „blutende Grenze“, Polen wurde von nationalistischen und revanchistischen Kräften als „Saisonstaat“ verspottet. Die Revision der Grenze war Ziel fast aller politischen Parteien in der Weimarer Republik.

Umso erstaunlicher ist es, dass diese Grenze hundert Jahre später fast in Vergessenheit geraten ist. Nur auf wenigen Karten ist ihr Verlauf eingezeichnet. In Deutschland sind allenfalls noch Stichworte wie der „polnische Korridor“ oder der Kampf um Oberschlesien präsent. In Polen wiederum heißt es manchmal, man erkenne die alte Grenze auch daran, dass es im Polen der Vorkriegszeit gewachsene soziale Strukturen gäbe, während diese in den einst deutschen Gebieten des polnischen „wilden Westens“ erst noch wachsen müssten.

Beim Trebnitzer Schloß-Gespräch werden Orte und Geschichten präsentiert, die während der einwöchigen Exkursion entlang der alten Grenze Gegenstand der Untersuchungen waren. Die studentische Exkursion ist eine Aktion des von Schloß Trebnitz e.V. getragenen grenzüberschreitenden Kooperationsprojektes „1918. Die vergessene Grenze“, das von Mai bis Dezember 2018 mit Ausstellungen, Publikationen, öffentlichen und wissenschaftlichen Veranstaltungen einen Bogen zu hundert Jahren deutsch-polnische Konflikt- und Beziehungsgeschichte schlägt.

Referenten:
– Prof. Dr. Dagmara Jajeśniak-Quast, Direktorin des Zentrums für Interdisziplinäre Polenstudien an der Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder)
– Uwe Rada, Journalist und Publizist, Buchautor und Initiator des Projektes „1918. Die vergessene Grenze“

Moderation:
Stephan Felsberg, Institut für angewandte Geschichte e.V., Frankfurt (Oder)

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12. Oktober 2018, 19 Uhr, Langer Saal im Schloss

Die Gunst der Stunde
Architektur- und Städtebauprojekte aus der Zeit der Weimarer Republik in Frankfurt (Oder). Buchvorstellung.

Letzte Führung durch die Ausstellung 18 Uhr

Die Veranstaltung ist zugleich Finissage der Ausstellung „Zwischen nationalem Stil und Moderne“ zur Zwischenkriegsarchitektur in Frankfurt (Oder) und Poznań, die vom 15.9.-12.10.2018 auf dem Gelände von Schloss Trebnitz gezeigt wird.

Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Wiedergründung Polens als Staat wurde 1918 die traditionelle Verbindung Frankfurts nach Osten gekappt. Frankfurt, nunmehr ohne Hinterland, gehörte von nun an zu den östlichsten Städten der Weimarer Republik. Eine Besonderheit, wie Paul Zalewski, Professor für Denkmalkunde an der Viadrina, aufzeigt. Denn die ersten Jahre nach dem Krieg waren von einer ungewöhnlich intensiven Bautätigkeit geprägt. In Frankfurt entstanden neue Wohnung für „Heimkehrer“ und Eisenbahner aus Westpreußen und Großpolen. Es war der Architekt Martin Kießling, der mit seinen Bauten der Oderstadt Frankfurt ein neues Gesicht verlieh. Wichtigstes Projekt war neben dem Neubau des Bahnhofsgebäudes die Ostmarksiedlung (heute Paulinenhofsiedlung) für die neuen Mitarbeiter der Reichsbahndirektion Osten. 1922 wurde mit dem Bau begonnen, zwei Jahre später war er vollendet.

In seinem im Herbst 2018 erscheinenden Architekturführer “Die Gunst der Stunde. Architektur- und Städtebauprojekte aus der Zeit der Weimarer Republik in Frankfurt (Oder)“ stellt Paul Zalewski diese besondere Stadtentwicklung nach 1918 vor.

Referent:
Prof. Dr. Paul Zalewski, Europa-Universität Viadrina, Professur für Denkmalkunde, Kulturwissenschaftliche Fakultät / Collegium Polonicum

Moderation:
Stephan Felsberg, Institut für angewandte Geschichte e.V., Frankfurt (Oder)