Trebnitzer Schloss-Gespräche

Trebnitzer Schlossgespräche 2020

Die Trebnitzer Schloss-Gespräche ist eine Veranstaltungsreihe, in der wir uns mit Experten und interessanten Gesprächspartnern über historische und aktuelle gesellschaftliche Themen, zum Teil mit regionalem Bezug, unterhalten. Die Veranstaltung wird von der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung gefördert.

Die Gespräche finden in der Alten Schmiede (neben dem Schloss) statt, der Eintritt kostet jeweils 4,- Euro. Im Anschluss jedes Gesprächs laden wir unsere Gäste herzlich bei einem Imbiss zu einem geselligen Ausklang des Abends ein.

Um Anmeldung unter wird gebeten.

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DIE NÄCHSTEN TERMINE
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Leider müssen die Schlossgespräche im November ausfallen! Wir hoffen, den Termin im Dezember durchführen zu können und halten hier und per Newsletter auf dem Laufenden.

Donnerstag, 05. November 2020, 19 Uhr
30 Jahre Märkische Oderzeitung. Vom Parteiorgan zur unabhängigen Tageszeitung

Im März 1990, kurz vor den ersten freien Volkskammerwahlen, wurde die Märkische Oderzeitung gegründet. Doch die Zeitung war keine Neugründung, vielmehr ging sie aus dem Neuen Tag hervor, dem zentralen Presseorgan der Bezirksleitung der SED Frankfurt (Oder). Die Märkische Oderzeitung übernahm nicht nur die Abonnenten des Neuen Tags, sondern auch eine Vielzahl der Redakteure, die fortan unter veränderten Rahmenbedingungen und neuen journalistischen Prinzipien arbeiten mussten. Wie dies gelang, und welche Bedeutung sich dem Erbe der Zeitung 30 Jahre nach ihrer Neugründung heute noch beimessen lässt, ist Auftaktthema unserer 2020er Gesprächsreihe.

Im Gespräch mit Doris Steinkraus (langjährige MOZ-Journalistin) und PhD Mandy Tröger (Verbundprojekt zum medialen Erbe der DDR)

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Donnerstag, 12. November 2020, 19 Uhr
Wie geht’s unserem Wald? Waldgesundheit, Waldumbau, Waldbrandgefahr

Nach den verheerenden Waldbränden im letzten Jahr in Brandenburg ist das Thema Wald in aller Munde. Der Wald, so scheint es, ist Allgemeingut und ein Alleskönner, dem von allen Seiten hohe Erwartungen entgegengebracht werden: Er ist Klima- und Artenschützer, touristisches Ausflugsziel und Produzent eines nachwachsenden regionalen Rohstoffs. Zugleich soll ein Waldumbau mit mehr Laubbäumen die CO2-Bilanz verbessern, den Brandschutz erhöhen, Sturmschäden mindern und die Biodiversität, die Attraktivität und Schädlingsresistenz erhöhen. Doch neben Wirtschaftspolitikern und Umweltschützern haben Waldbesitzer, Förster, Jagdpächter, Wanderer und Anwohner ihre jeweils eigenen Interessen. Wie kann das funktionieren? Ein Abend über die Lage der Wälder in Brandenburg und jenseits der Oder.

Im Gespräch mit Prof. Paweł Rutkowski, Naturwissenschaftliche Universität Posen und Dr. Michael Egidius Luthardt, Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde

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© bebra.Verlag

Donnerstag, 19. November 2020, 19 Uhr
Buchvorstellung: Stunde Null im Oderbruch 1945/46

Februar 1945. Die Rote Armee marschiert auf Berlin. Der Besitzer eines Gutes im Oderbruch organisiert die Flucht seines Betriebes und der Dorfbewohner. Nach der deutschen Kapitulation und einer viermonatigen Kriegsgefangenschaft kehrt er in das zerstörte Heimatdorf zurück und beteiligt sich am Wiederaufbau, bis ihn in der sowjetische Kommandant im Herbst 1946 ausweist. Hans-Jürgen Schmelzer erzählt am Beispiel seiner Familiengeschichte „Verlorene Felder“ über die Widrigkeiten, mit denen die Menschen in Brandenburg in den ersten Nachkriegsjahren zu kämpfen.

Lesung und Gespräch mit Hans-Jürgen Schmelzer

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Donnerstag, 10. Dezember 2020, 19 Uhr
Nachwehen des Krieges – Flucht, Vertreibung und Umsiedelung an der Oder nach 1945

Vor 75 Jahren endete der Zweite Weltkrieg, aber der „Verschiebebahnhof Europa“ (Karl Schlögel), die erzwungene Massenmigration, war damit noch nicht beendet bzw. setzte mancherorts als Kriegsfolge erst ein. Flucht, Vertreibung und Aussiedlung sind gerade an der mittleren Oder – der Transitzone von Millionen Flüchtlingen, Zwangsarbeitern, Kriegsgefangenen und Vertriebenen – in nahezu jeder Familiengeschichte anzufinden. Der Filmemacher Tobias Lenel hat zu diesem Thema Interviews mit polnischen und deutschen Zeitzeugen gedreht und online gestellt. Das Internetportal, das Schicksale aus Brandenburg und der polnischen Nachbarregion Lubuskie zusammenführt, wird beim Schlossgespräch erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Im Gespräch mit Ewelina Wanke, Tobias Lenel und Zeitzeugen aus Trebnitz und Kostrzyn

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BEREITS STATTGEFUNDENE TERMINE 2020
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Foto: Cezary Rucki

Donnerstag, 29. Oktober 2020, 19 Uhr
Und die Frauen? Endlich wird Geschichte weiblich.

Lange war Geschichte eine Sache der Männer, so genannter großer Männer. Staatsmänner, Feldherren, Revolutionäre, Dichter und Denker prägen unser nationales und regionales Geschichtsbild. Doch mit der Entwicklung in der Geschichtsschreibung und Belletristik hin zur Biographieforschung, Alltagsgeschichte, Oral History und Kulturgeschichte sind Frauen als Akteure in den letzten Jahrzehnten zunehmend in den Fokus gerückt und haben eine neue Perspektive auf Geschichte ermöglicht, als Objekte und vor Allem auch Subjekte.

Im Gespräch mit dem polnischen Romancier Jacek Dehnel

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© bebra.Verlag

Donnerstag, 08. Oktober 2020, 19 Uhr
Buchvorstellung: „20. Juli 1944 – Biographie eines Tages“

Niels Schröder verdichtet in einer Graphic novel die historischen Ereignisse um das Attentat auf Hitler zu einer spannenden Erzählung. Er beschreibt die Beweggründe der Männer und Frauen des 20. Juli, die Vorbereitungen, den Ablauf und die Folgen dieses dramatischen Versuchs, den Lauf der Geschichte aufzuhalten. Welche Vor- und Nachteile das Comic-Medium der „gezeichneten Erzählung“ für die Geschichtsschreibung bereithält ist neben der Rekonstruktion der Ereignisse und ihrer Rezeption in Ost und West Thema des Abends.

Peter Liebers im Gespräch mit dem Autoren Niels Schröder

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Donnerstag, 17. September 2020, 19 Uhr
Mein Trebnitz – Meine Biographie

Von Baudach nach Trebnitz: Krieg, Flucht und Neuanfang prägen das erste Drittel im Leben des Trebnitzers Wilfried Schober. Nun, viele Jahrzehnte später, versucht er sich an die Geschehnisse zu erinnern, um sie für seine Nächsten aufzuschreiben, festzuhalten und sie mithilfe einer Bekannten zu digitalisieren. Doch welche Erinnerungen sind eigene, welche übernommene Erzählungen? Wie lassen sich Daten und Namen überprüfen und was ist mit den Lücken der Erinnerung? Und wie lässt sich das eigene Leben verständlich erzählen – chronologisch oder doch besser thematisch sortiert? Ein Abend über die Zweifel und Mühen eines märkischen, autobiographischen Versuchs.

Im Gespräch mit Wilfried Schober und Dr. Marion Tauschke

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14. Januar 2020, 19 Uhr
Märkischer Adelssitz und ostelbische Gutsherrschaft.
Schloss Trebnitz vor 1945

Eine der häufigsten Fragen von Schlossbesuchern lautet heute: „Und wer hat hier früher gelebt?“ So auch in Trebnitz. Die Zeiten von Adelssitz und Gutsherrschaft endeten hier wie allerorten im Osten Deutschlands zwar bereits vor 75 Jahren, aber nach wie vor faszinieren und beschäftigen uns Aufstieg, Entwicklung und Untergang der märkischen Adelskultur und die mit ihr verbundene landwirtschaftliche Gutsherrschaft. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um die Entschädigungsforderungen der Hohenzollern, ist auch die Frage von Schuld und Enteignung wieder ein Thema.

Im Gespräch mit Prof. Rita Aldenhoff-Hübinger und Prof. Alexander von Brünneck, beide Europa-Universität Viadrina

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Sonntag, 14. Juni 2020, 15 Uhr
Günter Grass und Danzig – ein besonderes Verhältnis
Eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung “Günter Grass bei Seitz. Inhalt als Widerstand” im Gustav Seitz Museum (bis 08.11.2020)

Leben und Werk von Günter Grass sind stark mit dem Ort Danzig (Gdańsk) verbunden. Die Stadt ist Schauplatz seiner Geschichten und Romane. In Deutschland ist die Stadt an der Weichselmündung unmittelbar und positiv mit seinem Namen verknüpft. Aber auch in Polen wird Grass geschätzt, ist Danzig spätestens seit den 1990er Jahren eine Grass-Stadt, die sein künstlerisches Erbe liebevoll pflegt und seinem Ehrenbürger und dem Literatur-Nobelpreisträger selbst biographische Verfehlungen nachsieht. Ein Abend über eine ganz besondere deutsch-polnische Beziehung.

Im Gespräch mit Iwona Dorota Bigos, Programmbeirat und ehem. Direktorin der Städtischen Galerie und der Günter Grass Galerie in Danzig

(Foto: Marek Frankowski)

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13. August 2020, 19 Uhr
Stiller Wandel entlang der Oder

In Kooperation mit dem Netzwerk für Toleranz und Integration in MOL

Die Grenze von Polen und Deutschland verläuft 469 Kilometer entlang der Oder bis zur Neiße. Täglich pendeln schätzungsweise 17.000 Menschen von Polen nach Brandenburg und Berlin. Zudem sind Pol*innen die größte ausländische Bevölkerungsgruppe in Brandenburg. Es finden vielfältige Wanderungsbewegungen statt, die sich eher im Stillen vollziehen. Im Zuge der Coronakrise wurde auf einmal deutlich, welche eng die Räume miteinander verbunden sind und wie groß der Verzicht ist, wenn die Grenzen plötzlich geschlossen bleiben. Mehr Informationen >>

Im Gespräch mit:
– Prof. Dr. Magdalena Nowicka, Professorin für Migration und Transnationalismus an der Humboldt Universität Berlin
– Anna Stahl-Czechowska, Interkulturelle Projektmanagerin, Vorstand bei agitPolska e.V. Polnische-Deutsche Initiative für Kulturkooperation